von Olaf Wendt

Rauch, Rettung und Bockwurst – Übungsdienst in Dahmker mit Tempo und Taktik

Wenn jede Minute zählt – auch bei der Übung

Dahmker, 19:45 Uhr. Die Melder schrillen, das Szenario ist klar umrissen, aber die Lage zunächst alles andere als: unklare Rauchentwicklung in einer Scheune, Zugang über den hinteren Bereich, eine Person wird vermisst. Erste Befragungen der Anwohner ergeben schnell: Es könnte mehr als nur ein Problem geben – auch im angrenzenden Gebäude halten sich noch Personen auf.

Was folgt, ist ein Lehrstück in Sachen Einsatzroutine.

Bereits um 19:50 Uhr treffen die ersten Kräfte am Übungsort ein. Zehn Minuten später steht die Wasserversorgung – 20:00 Uhr: „Wasser marsch“ am Verteiler. Während draußen die Lage strukturiert aufgebaut wird, geht es im Inneren zur Sache: Um 20:10 Uhr rückt der erste Trupp unter Atemschutz in das verrauchte Gebäude vor.

Die Sicht: gleich null. Die Zeit: knapp.

Doch die Taktik sitzt. Parallel zur Menschenrettung wird eine gezielte Belüftung vorbereitet. Um 20:15 Uhr beginnt die taktische Ventilation über einen zweiten Zugang – mit Erfolg: Innerhalb von nur zwei Minuten wird der Rauch effektiv aus dem Gebäude gedrückt.

Und dann der entscheidende Moment: 20:17 Uhr – Person gefunden und gerettet.

Währenddessen sichern weitere Kräfte das angrenzende Gebäude durch eine sogenannte Riegelstellung – ein Übergreifen der Flammen? Nicht mit diesen Einsatzkräften.

Zwei Trupps arbeiten parallel, öffnen einen zweiten Zugang und durchsuchen das Gebäude systematisch. Der bereitstehende Reservetrupp übernimmt anschließend die Restlöscharbeiten.

Um 20:20 Uhr dann die Meldung, die alle hören wollen: „Feuer aus.“


Starke Zusammenarbeit über Ortsgrenzen hinweg

Im Einsatz waren insgesamt 25 Kameradinnen und Kameraden aus den Wehren Basthorst (1/7), Mühlenrade (1/11) und Hamflede-Dahmker (1/5). Unterstützt wurde der Einsatz durch zwei LF8, zwei TSF-W und ein MZF. Insgesamt sieben Atemschutzgeräteträger stellten sich den Bedingungen im Inneren des Gebäudes.

Einmal mehr zeigt sich: Gute Zusammenarbeit endet nicht an Ortsgrenzen – sie beginnt genau dort.


Ende gut, alles gut – und warm

Nach rund zwei Stunden intensiver Übung war gegen 22:00 Uhr Schluss. Doch wie es sich für einen gelungenen Feuerwehrabend gehört, folgte der gemütliche Teil direkt im Feuerwehrhaus: Bockwurst, Brot und eine Abschlussbesprechung, bei der das Erlebte noch einmal durchgesprochen wurde.

Fazit des Abends: Die Abläufe sitzen, die Zusammenarbeit funktioniert – und der Appetit kommt nach dem Einsatz ganz von allein.

Bis zur nächsten Übung – dann vielleicht wieder mit Rauch, aber garantiert mit guter Stimmung.

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